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  • AutorenbildSarah Lou Sajulga

Was sind Pflegegrade und welche Leistungen stehen Ihnen zu

Die Pflegegrade sind ein wichtiges Instrument im deutschen Pflegesystem, das dazu dient, den individuellen Pflegebedarf einer Person zu bestimmen und entsprechende Leistungen zu gewähren. Seit 2017 ersetzen die fünf Pflegegrade die früheren Pflegestufen und bieten eine differenziertere Einschätzung der Pflegebedürftigkeit.

Pflegekraft unterstützt im Alltag

Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade werden auf Basis eines umfassenden Begutachtungsverfahrens durch den Medizinischen Dienst (MD) festgelegt. Dieses Verfahren bewertet die Selbstständigkeit und Fähigkeiten in verschiedenen Lebensbereichen. Es gibt fünf Pflegegrade, die den Grad der Beeinträchtigung und den damit verbundenen Pflegebedarf widerspiegeln.


Die fünf Pflegegrade im Überblick


Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Voraussetzungen

  • Leichte Beeinträchtigungen in der Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten, z. B. Probleme beim Treppensteigen oder bei der Körperpflege.


Leistungen

  • Beratungsangebote, Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat), Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.



Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Voraussetzungen 

  • Erhebliche Beeinträchtigungen in der Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten, z. B. erhebliche Schwierigkeiten bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität.


Leistungen

  • Pflegegeld (316 Euro/Monat) für die häusliche Pflege durch Angehörige.

  • Pflegesachleistungen (689 Euro/Monat) für professionelle Pflege durch ambulante Pflegedienste.

  • Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat) für Unterstützung im Alltag.

  • Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, und Tages- und Nachtpflege.



Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Voraussetzungen

  • Schwere Beeinträchtigungen in der Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten, z. B. weitgehende Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität.


Leistungen

  • Pflegegeld (545 Euro/Monat).

  • Pflegesachleistungen (1.298 Euro/Monat).

  • Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat).

  • Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, und Tages- und Nachtpflege.



Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Voraussetzungen

  • Schwerste Beeinträchtigungen in der Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten, z. B. vollständige Unterstützung bei den meisten täglichen Aktivitäten.


Leistungen

  • Pflegegeld (728 Euro/Monat).

  • Pflegesachleistungen (1.612 Euro/Monat).

  • Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat).

  • Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, und Tages- und Nachtpflege.



Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Voraussetzungen

  • Schwerste Beeinträchtigungen in der Selbstständigkeit oder den Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung, z. B. bei schwersten körperlichen oder geistigen Behinderungen.


Leistungen

  • Pflegegeld (901 Euro/Monat).

  • Pflegesachleistungen (1.995 Euro/Monat).

  • Entlastungsleistungen (125 Euro/Monat).

  • Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, und Tages- und Nachtpflege.



Welche Leistungen stehen Ihnen zu?

Je nach Pflegegrad stehen unterschiedliche Leistungen zur Verfügung, die den individuellen Bedarf abdecken sollen. Hier eine Übersicht der möglichen Leistungen:


  • Pflegegeld: Finanzielle Unterstützung für die häusliche Pflege durch Angehörige oder ehrenamtliche Pflegepersonen.


  • Pflegesachleistungen: Professionelle Pflegeleistungen durch ambulante Pflegedienste.


  • Kombinationsleistungen: Eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Wenn die Pflege teilweise durch Angehörige und teilweise durch einen Pflegedienst erfolgt, können Sie den nicht ausgeschöpften Anteil der Pflegesachleistungen anteilig als Pflegegeld auszahlen lassen.


  • Entlastungsleistungen: Monatlicher Betrag für Angebote zur Unterstützung im Alltag, wie Haushaltshilfen oder Betreuungsangebote.


  • Pflegehilfsmittel: Kostenübernahme für Hilfsmittel, die die Pflege erleichtern, wie Bettauflagen, Gehhilfen oder Pflegebetten.


  • Kurzzeitpflege: Vorübergehende stationäre Pflege zur Entlastung der pflegenden Angehörigen.


  • Verhinderungspflege: Vertretungspflege, wenn die Hauptpflegeperson vorübergehend verhindert ist.


  • Tages- und Nachtpflege: Teilstationäre Pflegeangebote zur Entlastung der Angehörigen und Förderung der sozialen Teilhabe der Pflegebedürftigen.


  • Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds: Finanzielle Unterstützung für notwendige Umbaumaßnahmen, um die Wohnung barrierefrei und pflegegerechter zu gestalten.



Fazit

Die Pflegegrade ermöglichen eine bedarfsgerechte Unterstützung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Durch die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade erhalten Betroffene und ihre Angehörigen Zugang zu verschiedenen Leistungen, die die Pflege erleichtern und die Lebensqualität verbessern. Es ist wichtig, sich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren und die passenden Leistungen zu beantragen, um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten.

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